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Vaselineöl

Wer den Namen Vaseline hört, denkt wahrscheinlich automatisch an die fettreiche Creme, die hauptsächlich zur Hautpflege eingesetzt wird. Bei der Creme handelt es sich um ein Gemisch, was das Aussehen einer Salbe hat. Im Grunde ist es nichts anderes als eine Mischung aus flüssigen sowie festen Kohlenwasserstoffen, die als Abfallprodukte bei der Erdölproduktion entstehen. Weniger bekannt ist, dass Vaselineöl bei der Herstellung von Wein und Most Verwendung findet. Vaselineöl ist ein bekanntes Schmiermittel mit vielen guten Eigenschaften. Wer sich näher mit dem Thema Vaselineöl beschäftigen möchte, muss sich zuvor über die Vaseline informieren, denn sie ist die Grundlage für das Öl.

Eine etwas andere Entstehungsgeschichte

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Was machen Menschen nicht alles, um einem Bankrott zu entgehen? Es gibt Pleitegeier, die überfallen eine Bank, um an das Geld für ihre Gläubiger zu kommen, und es gibt wagemutige Bankrotteure wie Robert Chesebrough. Robert Augustus Chesebrough wurde 1837 in England geboren, studierte Chemie und wanderte in die USA aus, um dort Karriere zu machen. Im New Yorker Einwandererviertel Brooklyn beschäftigte er sich als Chemiker mit der Destillation von Petroleum, das aus dem tranigen Öl von Pottwalen stammte. Chesebrough wollte reich werden und gründete einen Vertrieb für Kerosin. Das ging schief und schnell war der englische Chemiker so verarmt, dass er verzweifelt versuchte, dem drohenden Bankrott zu entkommen. Er entschied sich, ins boomende Geschäft mit Erdöl einzusteigen, ein Entschluss, den er nicht bereuen sollte. Robert Chesebrough entdeckte bei der Erdölgewinnung Rückstände, die an Paraffin erinnerten und das brachte ihn auf eine Idee.

Doch noch eine Erfolgsgeschichte

Vaselineöl

Vaselineöl – ein medizinisch reines Produkt

Die gallertartige Masse sammelte sich am Bohrgestänge und war ein Ärgernis für die Ölarbeiter, weil es die Pumpen immer wieder verstopfte. Die Arbeiter fluchten jedoch nicht nur auf die seltsame Masse, sie stellen auch verblüfft fest, dass sie Wunden schneller heilen ließ. Es dauerte nicht lange, da hörte auch der gelernte Chemiker Robert Chesebrough von den „Wunderheilungen“ der Ölarbeiter. Er nahm die komische Masse mit nach Hause und sah sie sich genauer an. Als Chemiker fiel es ihm nicht schwer, die Paste in ihre Bestandteile zu zerlegen.

So gelang es ihm schließlich im Jahre 1870, Vaseline herzustellen. Er gab seinem Produkt den Namen „Petroleum Jelly“ und meldete es 1872 zum Patent an. Wie er auf den Namen Vaseline kam, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen. Es stimmt wohl die Geschichte, die seine Freunde erzählten: Er sei nur deshalb auf den Namen gekommen, weil er immer die Vasen seiner Frau als Laborbehälter nutzte.

Welche Eigenschaften haben Vaseline und Vaselineöl?

Robert Chesebrough wurde mit der Herstellung von Vaseline und Vaselineöl ein reicher und geachteter Mann, der 1875 seine erste eigene Firma gründete und 1933 starb. Seine Creme existiert bis heute, selbst wenn das Produkt heute einen schlechten Ruf hat, weil es ein Produkt aus Erdöl ist. Die rohe Vaseline wird vor allem mit Bleicherden, Aktivkohle und Schwefelsäure behandelt, bevor sie in den Handel kommt. Dieser Vorgang ist bei reinem Vaselineöl nicht notwendig. Vaseline und auch Vaselineöl bestehen bis zu 90 Prozent aus Paraffinen und Olefinen. Im Wasser sind weder das Vaselineöl noch die Creme löslich, was vor allem das Vaselineöl zu einem interessanten Produkt bei der Herstellung von Lebensmitteln macht. Auch Ethanol und Glyzerin können der Creme und dem Vaselineöl nichts anhaben.

Ein sehr guter Schmierstoff

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Während Vaseline in Form von Creme in der Kosmetikindustrie und bei der Hautpflege eine wichtige Rolle spielt, kommt das Vaselineöl vor allem als Schmierfett zum Einsatz. So dient es als Stoff, der Ledermöbel sowie Kleidung aus Leder imprägniert. Schuhe, Stiefel und Fahrradsättel bekommen ebenfalls eine Imprägnierung mit Vaselineöl und sind damit wasserabweisend. Als Unterwasserschutz vor Bewuchs dient das Vaselineöl bei Motorbooten und Segelschiffen. Damit sich Reißverschlüsse ohne Probleme schließen und öffnen lassen – auch dies ist mit Vaselineöl möglich. Unübertroffen ist Vaselineöl hingegen als Schmierstoff und besonders ein Mittel, auf das kein Winzer verzichten kann. Vaselineöl ist lebensmittelecht und nicht nur beständig, wenn es um Wasser geht. Das besondere Öl aus der Vaseline ist auch gegenüber Alkohol resistent, was bei der Herstellung von Getränken wie Wein und Most ein sehr wichtiges Kriterium ist.

So wichtig ist Vaselineöl für den Winzer

Bei der Herstellung von Wein ist es wichtig, die Oberfläche der Weine von der Luft in der Umgebung abzugrenzen. Nur so lassen sich gute Weine und seltene Jahrgänge perfekt schützen. Vaselineöl ist wie bereits erwähnt, nicht im Wasser löslich und schwimmt aus diesem Grund wie ein sehr dünner Film auf dem jeweiligen Wein. Es ist vergleichbar mit einem hauchdünnen Deckel und das Vaselineöl kann ebenso viel wie ein herkömmlicher Deckel. Der Wein schwimmt praktisch unter dem Film aus Vaselineöl, der die Flüssigkeit luftdicht in ihrem Behälter abschließt. So können weder irgendwelche Schädlinge noch Bakterien in den Wein eindringen, denn die nur wenige Millimeter dünne Haut aus Vaselineöl verhindert dies.

Wichtig auch für den Most

Eine wichtige Rolle spielt das Vaselineöl ebenso bei der Herstellung von Most. Der Most ist ein Fruchtsaft, der beim Keltern oder Pressen von Trauben entsteht. Je nachdem, woher der Most kommt, ist er bereits vergoren und gilt als Traubenmost, als Vorstufe zum Wein. Aus Äpfeln oder Birnen wird Most auch hergestellt, ein bekannter Vertreter ist der „Ebbelwoi“, der Apfelmost aus Hessen. In Österreich ist Most aus Quitten sehr beliebt, aber auch dieser Most ist nicht ganz ungefährlich.

Most ist lecker und süß, was natürlich dazu verführt, das eine oder andere Glas davon zu trinken. Was viele dabei gerne vergessen, Most hat vier bis acht Volumenprozent Alkohol und geht schnell ins Blut. Gelagert wird der Most, anders als gute Weine, nicht in einem Fass aus altem Holz, sondern in Behältern aus Edelstahl. Auch diese Fässer haben einen schwimmenden Deckel, und zwar aus dem Öl der Vaseline. Das Öl wird dazu verwendet, um einen kleinen, noch verbliebenen Spalt zwischen dem Deckel und den Wänden des Behälters perfekt abzudichten.

Immer lebensmittelecht

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Das Öl aus der Vaseline ist nur von einer ausgezeichneten Qualität, wenn es lebensmittelecht ist. Es gibt viele unterschiedliche Öle in diesem Bereich, aber nicht alle sind für die Herstellung von Wein oder Most zu empfehlen. Ein weiteres, sehr wichtiges Kriterium bei der Auswahl ist, dass das Produkt auch wirklich alkoholbeständig ist. Es gibt Öle, die mit zusätzlichen Inhaltsstoffen verdünnt werden und aufgrund dessen besteht die Möglichkeit, dass diese Öle nicht alkoholbeständig sind.

Beim Kauf des Vaselineöls ist es also immer besser, vorher nachzulesen, was alles in der Flasche an Zusatzstoffen enthalten ist. Im schlimmsten Fall kann unsauberes Öl sogar ein ganzes Fass mit Most oder Wein verderben. Selbst wenn so gut wie alle Öle in Ordnung sind, schwarze Schafe gibt es trotzdem immer wieder. Vorsicht ist in jedem Fall bei den aus China importierten Ölen geboten. Sie enthalten nicht selten Inhaltsstoffe, die in Europa zum Teil seit langen Jahren verboten sind.

Fazit zum Vaselineöl

Ein simples Produkt, das bei der Gewinnung von Erdöl hängen geblieben ist, machte einen Chemiker aus England in den USA zu einem gemachten Mann. Bis heute ist das, was Robert Chesebrough Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckt und weiterentwickelt hat, ein beliebtes Produkt. Vaseline wird für die Hautpflege sehr geschätzt und das Öl ist jedem Winzer ein Begriff. Er dichtet mit einer nur hauchdünnen Schicht des Öls seinen Wein sicher vor der Umwelt ab. Das Gleiche gilt für die Herstellung von Most, denn auch hier bildet das Öl aus der Vaseline einen unsichtbaren, aber sehr effektiven Deckel. Profiradfahrer während der Tour de France, aber auch Hobbyradler, die auf einer langen Tour sind, schätzen neben der Pflege von Vaseline für die Haut auch das Öl aus der Vaseline, und zwar als Schmiermittel für ihr Rad. Obwohl es „nur“ ein Abfallprodukt ist, mit Vaseline wurde vieles einfacher.

Top 10 Bestseller – Vaselineöl

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